AT FRANK'S BOOTH



Der Titel der Ausstellung steht für mehr als 10 Jahre Ausstellungstätigkeit der Galerie Berndt in der sich Frank Berndt sowohl mit Werken der Klassischen Moderne wie der Arbeit experimenteller Künstler der 60er Jahre bis hin zu jüngeren Künstlern, die vornehmlich mit neuen Medien arbeiten, engagiert hat.

Dieses zweigleisige Konzept - kunsthistorisch abgesicherte Positionen mit zeitgenössischer Avantgarde zu kombinieren - bestimmt auch diese Ausstellung.

Das Entree bilden daher drei Künstler der Klassischen Moderne: Wassily Kandinsky, Robert Delaunay und Làszlò Moholy-Nagy. In ihren Werken "Dessin pour Noir-Rouge", "Tour Eiffel" und "Rotes Klebebild" manifestiert sich die Aufbruchstimmung des 20. Jahrhunderts. Kandinsky entwickelt die abstrakte Formen- und Bildsprache in der Malerei. Delaunay stellt 1911 den Eiffelturm kubistisch dar und liefert selbst die Interpretation: "Dramatik, Zusammensturz. Das ist die Synthese jener ganzen Epoche der Zerstörung: eine prophetische Vision." Moholy-Nagy reduziert seine Bildkompositionen auf ungegenständliche Quadrate und Striche.

Von dort führt die Ausstellung weiter zu Marcel Duchamp, dessen Rotorelief, als das früheste Multiple der optical art hier ausgestellt ist. Duchamp ist Wegbereiter für alle folgenden Tendenzen zur Konzeptkunst und steht auch hier solitär, enbenso wie Hans Bellmer, dessen "Jeux de la Poupèe" 1936/1949 nicht nur die Freunde des Surrealismus nachhaltig beindruckten sondern auch heute noch eine überaus verstörende Wirkung entfalten.

Während diese Künstler in einer Zeit lebten, die vom technischem Fortschritt als Sinnbild der Modernität und ihres Elans schlechthin geprägt wurde, greifen die Künstler der 60er Jahren die neuen Entwicklungen gesellschaftlichen Lebens auf: Konsum und Fernsehen. Die Ausstellung zeigt zu diesem Thema exemplarisch Nam June Paik´s erstes Video-Multiple "Der Denker - TV Rodin" aus dem Jahr 1976.

Gleichzeitig zu Paik´s Fernseh- und Video-Projekten entstehen in Amerika zwei neue Kunst-Begriffe: Body-Art und Land-Art. Experimentelle Selbsterfahrungen - zunächst noch auf Filmrollen festgehalten - und grossangelegte Landschaftsprojekte erweitern den Kunstbegriff. Die Ausstellung zeigt Body-Art Performances auf Video von Dennis Oppenheim und Zeichnungen zu seinen Land-Art Projekten.

Dieter Roth, Richard Hamilton und Al Hansen schliessen den Kreis mit Arbeiten aus den 80er und 90er Jahren. Hansen, der jahrelang in Warhol´s factory lebte und arbeitete, reduzierte sein künstlerisches Werk auf zwei Motive: sich selbst und seine "Venus". Zentraler Mittelpunkt in dem Raum, der Al Hansen gewidmet ist, stellt eine mehr als 2 Meter hohe Holz-Venus von 1993 dar.

Dieter Roth und Richard Hamilton, die auch gemeinsame Werke geschaffen haben, teilen sich einen weiteren Raum: zu sehen ist Roth´s grosse 9-teilige "Schimmeltapete" von 1979. Hamiltons Graphik "Archive I" bildet sowohl den Schlusspunkt und spiegelt gleichzeitig die Anfänge wider: Duchamp und die anderen.....

02. März bis 21. April 2001


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(Di. - Fr. 11-13 und 14:30-18 Uhr / Sa. 11-14 Uhr)